Greenhattan Charta

Vision

Die Interessengruppe Greenhattan strebt für das 20 Hektar grosse Areal des Hafengebiets Klybeck (Klybeckquai) und Kleinhüningen (Westquai) in Basel-Stadt eine sozial- und umweltverträgliche Entwicklung im Sinn der 2000-Watt-Gesellschaft an. 

Einführung

Die Schweizer Bevölkerung wächst, gleichzeitig verbrauchen wir pro Kopf mehr Ressourcen (Boden, Rohstoffe, Umwelt u.a.). Dazu kommen soziale Anliegen wie günstiger Wohnraum. Dies macht es notwendig, ökologisch und sozial nachhaltig zu bauen.

Das Hafengebiet Klybeck und Kleinhüningen mit der Lage am Wasser und als Fenster zu Europa ist dafür prädestiniert, um ein attraktives Quartier mit mehrheitlich günstigem Wohnraum sowie Raum für Kultur und Gewerbe mit ökologischem Vorbildcharakter zu errichten. Nach verpassten Chancen wie dem Erlenmattareal und dem ehemaligen Kinderspital dürfte es für Basel-Stadt eine der wenigen Möglichkeiten sein, auf einer grossen Fläche einen sozialen und ökologischen Wohn- und Arbeitsraum der Zukunft zu verwirklichen. 

Das neue Quartier soll folgende Grundpfeiler aufweisen:

  • Punkt 1: Energiepositiv
  • Punkt 2: Autofrei
  • Punkt 3: Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit
  • Punkt 4: Natur und öffentliche Räume kombiniert
  • Punkt 5: Identitätsstiftend 

1. Energie: Energiepositiv und CO2-arm

2. Verkehr: Autofrei

  • Das Wohnen soll autofrei sein, das ansässige Gewerbe soll so autoarm wie möglich arbeiten.
  • Eine Fussgänger- und Velobrücke zwischen der Sehenswürdigkeit Dreiländereck im Hafen Kleinhüningen (CH) und Weil (D), Ortsteil Friedlingen, mit Anschluss zur Dreiländerbrücke ist ausdrücklich erwünscht. Eine Autobrückenverbindung nach Hüningen (F) wird jedoch abgelehnt. 

3. Wohnraum, Arbeit, Kultur und Freizeit

  • Entlang des Altrheinwegs sollen neue Gebäude für Wohnen und Arbeiten sowie Gebäude für kulturelle und Freizeitnutzungen entstehen, wobei lärmintensive Nutzungen hier zu vermeiden sind.
  • Alle Gebäude werden vom Kanton selbst, von Genossenschaften oder anderen gemeinnützigen Bauträgern gebaut. Grossinvestoren sind auszuschliessen.
  • Die Wohnungen sind auch für ökonomisch schwächer gestellte Personengruppen finanzierbar.
  • Bereits bestehende Immobilien sollen soweit als möglich erhalten, umgenutzt und in die neue Bebauung integriert werden.
  • Auf Hochhäuser wird verzichtet, die Gebäudehöhen sind dem angrenzenden Klybeckquartier angepasst.
  • Der Boden bleibt im Besitz des Kantons, der ihn nur im Baurecht abgibt.
  • Das Quartier ist barrierefrei.
  • Mobile Nutzungen, temporäre Projekte und alternative Wohnformen sind im neuen Quartier nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht. 

4. Natur und öffentliche Räume

  • Verzicht auf die Abtrennung einer Insel mittels Kanal.
  • Ein grosszügiger, mindestens 40 Meter breiter Uferstreifen ist als Freiraum für alle freizuhalten.
  • Im Bereich der Wiesenmündung soll ein Wieseköpfli analog zum Birsköpfli entstehen, das als Badebereich zugänglich ist.
  • Zwischen den Gebäuden entstehen Grünflächen, Freiräume und Brachen, die vielfältig genutzt werden können. Sei es für Kinder zum Spielen, für Tierhaltung oder für Projekte wie Urban Gardening. Auch mobile und temporäre Nutzungen sind erwünscht.
  • Ökologisch wertvolle Lebensräume für Fauna und Flora sollen wenn möglich erhalten bleiben und ansonsten ersetzt werden. Zudem sind sie so anzulegen, dass sie mit den bestehenden Grünzonen verbunden sind.
  • Alle nicht bebauten Flächen sind öffentlich zugänglich. Ausgenommen sind lediglich Flächen zum Schutz von seltener und empfindlicher Fauna und Flora. 

5. Identität

  • Das neue Quartier soll die Geschichte spürbar machen, der Hafen soll auch visuell bestehen bleiben. Deshalb werden bestehende Gebäude und Hafeninfrastrukturen soweit möglich erhalten.
  • Das neue Quartier weist soziale und bauliche Verbindungen zu den Quartieren Klybeck und Kleinhünigen auf.
  • Die Gebäude und deren Nutzung sind vielfältig.