Neue Bodeninitiative

Boden in Stadtbesitz schafft die Voraussetzung für ökologisch sinnvolle und quartierverträgliche Projekte. Gibt die Stadt das Bauland im Baurecht ab, kann sie die Ziele von Greenhattan gezielt anpacken: Energetisch vorbildliche und autofreie/autoarme Überbauungen mit günstigen Wohnungen und grosszügigen Grünflächen.

Greenhattan unterstützt deshalb die Neue Bodeninitiative
Jetzt unterschreiben: Unterschriftenbögen

Radiobeitrag: Schweizer Mitbestimmung auf dem Prüfstand

Schweizer Mitbestimmung auf dem Prüfstand

Von Stefanie Müller-Frank, Beitrag vom 18.01.2014

Der Kanton Basel-Stadt hat die Mitwirkung der Bevölkerung im Juni 2007 sogar in seiner Verfassung festgeschrieben: Stadtteilsekretariate, Infoveranstaltungen, Begleitgruppen –  all das soll dazu dienen, die Menschen vor Ort bereits in den Planungsprozess einzubinden.

Auf dem Papier gilt das auch für eines der größten Bauprojekte, das die Stadt Basel je in Angriff genommen hat: Auf dem bisherigen Hafengelände im Norden der Stadt soll ein komplett neues Wohnviertel am Wasser entstehen – von den Medien auf den Namen „Rheinhattan“ getauft. Erste Gelder sind schon beantragt, Investoren und Baufirmen stehen bereit. Bei den Bewohnern der angrenzenden Quartiere Klybeck und Kleinhüningen aber formiert sich Widerstand gegen die Hochglanzhochhausinsel. Wie weit reicht die Mitsprache also tatsächlich?

Eine Reportage mit Interviews, u.a. mit Tonja Zürcher von Greenhattan.

Manuskripte zum Nachlesen:

Wohnpodium Schwarzer Peter

Greenhattan lädt ein zum Wohnpodium des Vereins Schwarzer Peter

31. Oktober im SUD, Burgweg 7, Basel
Türöffnung 16:30
Beginn 17:00
anschliessend Apéro

Thema
Wohnungsnot, Wohnbedarf
Wohnformen, Projekte

Podiumsgäste
Patrizia Bernasconi (MV, Mieterinnen- und Mieterverband Basel)
Chaim Howald (WoVe, Verein Studentische Wohnvermittlung)
Tonja Zürcher (Greenhattan)
Christine Suter (Verein Wohnen 18 plus, JuAr Jugendberatung)
u.a.

Moderation
Martina Rutschmann

Anmeldung erwünscht aber nicht zwingend
Schwarzer Peter, Verein für Gassenarbeit, Elsässerstrasse 22, 4056 Basel
061 383 84 84, team@schwarzerpeter.ch

einladung_podium

Kreditvorlage für die weitere „Rheinhattan“-Planung (Ausgabenbericht)

Am 1. Juli 2013 präsentierte der Basler Regierungsrat den Ausgabenbericht zur Hafen- und Stadtentwicklung Klybeck-Kleinhüningen. Dieser Bericht legt die Rahmenbedingungen und nächsten Schritte für die Planung fest und erklärt, wie viel Geld bis Ende 2014 dafür ausgegeben werden soll: 1,38 Mio Franken.

Von Rheinhattan redet niemand mehr. Regierungsrat Hans-Peter Wessels distanziert sich sogar deutlich von diesem Begriff. Aber was steht im Ausgabenbericht, dem Rahmenkonzept für das nächste Planungsjahr?

Der Begriff Rheinhattan kommt logischerweise nicht vor, das Zielszenario und die bereits ausgeschlossenen Alternativvarianten (S. 19 ff.) zeigen aber, dass sich inhaltlich nicht viel geändert hat.

  • Auf den Bau des Kanals und den damit verbundenen unnötigen Landverlust wird nicht verzichtet (Szenario „Verzicht auf Altrheinarm / Wasserbecken zugunsten Freiraum“, S. 21). An der exklusiven und dicht bebauten Rheininsel wird  festgehalten, grosszügige Grün- und Freiräume werden dadurch verunmöglicht (siehe auch Szenarien „Reduktion der baulichen Dichte“, S. 22 und „Ausschliessliche Freiraumentwicklung“, S. 21). Es bleibt somit bei den Hochhausplänen.
  • Die Anliegen der benachbarten Quartiere werden nicht beachtet, so schliesst der Bericht eine „Entwicklung als Erweiterung des Klybeckquartiers“ aus und beharrt auf einem separierten neuen Quartier (S. 22). Dazu passt auch der Anspruch, dass das neue Quartier zum Zentrum der trinationalen Agglomeration werden soll (Zielszenario, S. 20). Und ein „Preisgünstiges Quartier“ ist ebenfalls kein Thema (S. 22). Immerhin: Der Kanton könnte Genossenschaften durch günstige Bodenpreise unterstützen. Aber wird er es auch machen? Und wenn ja, in welchem Umfang?
  • Ermutigender sieht es bezüglich der Forderung nach einem 2000-Watt-Quartier aus. Hier stehen „Abschätzungen bezüglich der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft, bezüglich Energieverbrauch und -versorgung der Gebäude und den Möglichkeiten zur Energieproduktion vor Ort (Photovoltaik, Wasser-, Windkraft, etc.) auf Machbarkeitsstufe“ an (S. 31). Wir sind gespannt, was daraus wird.

Das Grundproblem, dass mit dem Bau des neuen Quartiers/Stadtteils viel Geld erwirtschaftet werden muss, um die ganze Hafen- und Stadtentwicklung zu finanzieren, bleibt jedoch bestehen. Das Hauptziel ist somit der finanzielle Gewinn und nicht ein ökologisches und soziales Quartier.

Der Grosse Rat kann den Planungsauftrag noch ändern. Wir sind gespannt, was bei der Grossratsdebatte herauskommt.

Weitere Informationen:

Basel im Wandel

Artikel von Martina Probst im Online-Jugendmagazin (www.tink.ch) über Rheinhattan sowie Greenhattan und andere Gruppen aus dem Quartier:

„Dass eine Stadt nicht am Reissbrett entworfen wird, zeigt die momentan geführte Debatte um die Zukunft von Basel Nord. Wo heute noch eine Industriebrache liegt, soll bis voraussichtlich 2030 ein Quartier entstehen, das 7000 Menschen neuen Wohn- und Arbeitsraum bieten könnte. Das städtebauliche Projekt, das unter dem Namen „Rheinhattan“ bekannt ist, erweist sich als Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Konflikte, die weit über die Frage hinausreichen, welchen zukünftigen Charakter die Rheininsel haben wird.“

-> Artikel lesen

 

Stellungnahme von Greenhattan zum Richtplan 2012, 24.1.13

Basel, 24. Januar 2013

Kantonaler Richtplan Basel-Stadt, Anpassung 2012, öffentliches Planauflage- und Mitwirkungsverfahren 

Geschätzte Damen und Herren

Gerne nimmt die IG Greenhattan wie folgt Stellung zu den Richtplananpassungen 2012 und insbesondere zum Kapitel S 1.3. Schwerpunktgebiet 3Land:

(ganze Stellungnahme unter „Dokumente zu Greenhattan“ zu lesen)

S 1.3 Schwerpunktgebiet 3Land (Teil Basel-Stadt):

Die IG Greenhattan lehnt eine von den umliegenden Quartieren abgetrennte „Teilstadt“ ab. Dasselbe gilt für die Vorstellung, dass im Gebiet des heutigen Hafens am Klybeck- und Westquai total 7000 neue EinwohnerInnen und Arbeitsplätze Platz finden sollen. Berücksichtigt man den bereits fehlenden Grün- und Freiraum, sind höchstens halb so viele Einwohnende und Arbeitsplätze realistisch. Es sollte darauf verzichtet werden, ein bereits sehr dichtes Quartier noch weiter zu verdichten. Statt auf Wachstum und quantitative Ziele zu fokussieren, verlangt die IG Greenhattan die Erarbeitung eines zukunftsfähigen Quartierteils.  Zukunftsfähig bedeutet für die IG Greenhattan in diesem Zusammenhang naturnah mit vielen Grün- und Freiflächen, energiepositiv, autofrei und dank genossenschaftlichen Bauten auch für Personen mit kleinem Einkommen bezahlbar.

„Stellungnahme von Greenhattan zum Richtplan 2012, 24.1.13“ weiterlesen