Start Erarbeitung Nutzungskonzept / Programmation

Am 24. Juni 2016 hörten die Mitglieder der Begeitgruppe zur Hafen- und Stadtentwicklung Klybeck/Kleinhüningen wieder einmal ein Lebenszeichen des Mitwirkungsprozesses. Sonderlich konkret ist das aber nicht:
brief_mitwirkung„Als Nächstes starten wir mit den oben genannten Auftragnehmern [Wüest & Partner AG (Zürich), Zimraum Raum + Gesellschaft (Zürich), Philippe Cabane – urbane strategien & entwicklung (Basel)] den Prozess auf und erstellen einen verbindlichen Zeit- und Projektplan. Auf dieser Basis werden wir Sie bis im Herbst konkreter über die anstehenden Gesprächsformate für die Arbeit an den Nutzungsszenarien informieren können.“

Hier gehts zum vollständigen Brief
und hier zum Artikel aus dem TEC21 20/2016, der mitgeschickt wurde.

Die Begleitgruppe wartet also weiterhin darauf, dass die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen mitwirken dürfen.

Auswertung Hafenstadt-Befragung 2015

Vor zwei Jahren wurde der Ausgabenbericht zur Hafen- und Stadtentwicklung vom Grossen Rat angenommen. Der Begleitgruppe wurde vor diesem Entscheid versprochen, dass die Mitwirkung gleich nachher weiter geht. Seither fanden
jedoch keine Mitwirkungsveranstaltungen mehr statt und die Mitglieder der Begleitgruppe warten noch immer auf Informationen zum weiteren Vorgehen. Stattdessen erhielt die Quartierbevölkerung im Sommer 2015 einen Fragebogen zur „Hafenstadt-Befragung 2015″, bei dessen Erarbeitung die Begleitgruppe nicht einbezogen war.

Bild CC by Patrick Tschudin (Hintergrund) / QuelleIm April 2016 wurde die „Grundauswertung“ der Befragung veröffentlicht.

In einer Interpellation fragte Tonja Zürcher daraufhin den Regierungsrat, u.a. welchen Zweck sollte die Befragung erfüllen sollte, warum die Fragen ohne Einbezug der Begleitgruppe erarbeitet wurden und was die Befragung dazu beiträgt, den befürchteten Verdrängungseffekt durch die 3Land-Entwicklung sichtbar zu machen.
Die Antwort des Regierungsrats auf die fiel leider völlig unbefriedigend aus und setzte damit fort, was schon in der Befragung falsch gelaufen ist:

Die Begleitgruppe der Hafenentwicklung wünschte sich ein wissenschaftlich begleitetes Monitoring, um insbesondere Verdrängungseffekte frühzeitig zu erkennen und Massnahmen dagegen zu entwickeln. Der Fragebogen beinhaltete jedoch keine einzige Frage, aus der sichtbar würde, ob es in den Quartieren Klybeck und Kleinhünungen zu Verdrängung von Bevölkerungsteilen durch die vorgesehenen Stadtentwicklungsprojekte kommt. Die Befragung verpasste somit ihren Auftrag vollständig.

Weiter äussert sich der Regierungsrat dahingehend, dass die Befragung nicht dazu war, Inhalte der Planung zu diskutieren. Dazu diene die Mitwirkung. Diese Feststellung überrascht, denn die Begleitgruppe liegt seit gut zwei Jahren – ohne irgendwelche Information zu erhalten – „auf Eis“, es finden weder Informationsveranstaltungen noch Mitwirkung statt.

14. April Greenhattan beim stattutopie festival

Im Anschluss an den Film The Human Scale sprechen Planer, Zukunftsforscher, Journalisten und eine Politikerin über den Film und über ihre Vorstellungen einer gelungenen Stadtentwicklung. Zu Gast sind:
Andreas Walker, Zukunftsforscher und Co-Präsident von swissfuture
Elias Rüedi, Uhrmacher, Architekt und Stadtflaneur
Mirjam Ballmer, Grosser Rat Basel-Stadt und Grüne Partei
Philippe Bovet, Journalist und Initiant Greenhattan
Philippe Cabane, Soziologe und Stadtplaner, Initiant nt*/areal
Moderation und Organisation des Podiums: Fabian Müller

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Alternativszenarien weiter verfolgen

Am 14. Mai 2014 wird der Grosse Rat über den Ausgabenbericht betreffend Hafen- und Stadtentwicklung Kleinhüningen-Klybeck und damit über die weitere Planung von „Rheinhattan“ beschliessen. Die IG Greenhattan ruft die Mitglieder des Grossen Rates dazu auf, die Forderungen der Begleitgruppe «Hafen- und Stadtteilentwicklung» umzusetzen.

Die IG Greenhattan und die Begleitgruppe bemängeln insbesondere, dass der Ausgabenbericht in Kapitel 4.6.3 (Seiten 20ff) voreilig Alternativszenarien ausschliesst – insbesondere die Szenarien, welche preisgünstiges Bauen, Entwicklung als Erweiterung des Klybeckquartiers, Reduktion der baulichen Dichte, Verzicht auf Altrheinarm / Wasserbecken zugunsten Freiraum sowie eine ausschliessliche Hafenentwicklung bzw. Beibehaltung des Hafenbahnhofs und eine grosszügige Freiraumentwicklung betreffen.

Es ist nun am Grossen Rat, diese Alternativszenarien wieder in die Planung hinein zu bringen. Diese müssen gleichwertig zum im Ausgabenbericht formulierten Zielszenario (wenig ökologisch, teuer, stark verdichtet und per neuem Kanal von den bestehenden Quartieren abgetrennt) im Planungsprozess weiter verfolgt werden.

Ist dies nicht möglich, soll der Ausgabenbericht –  mit der Aufforderung, die Planung der Hafenerweiterung mit dem neuen Terminal und dem Hafenbecken 3 von den risikoreichen Stadtentwicklungsplänen zu trennen – zurück gewiesen werden. Die Stadtentwicklung ist in einem separaten Prozess unter ernsthafter Mitwirkung der betroffenen Quartiere neu aufzugleisen.

Guy Morin und die Eco-Districts

Im Interview mit der BZ Basel berichtet Guy Morin von der Städtekonferenz in Südafrika: 
„Es gibt Städte, die haben Eco-Districts im Zonenplan ausgeschrieben. Grundeigentümer erhalten eine höhere Ausnützungsziffer, dass sie klimaneutrale Quartiere bauen. Das wäre für uns etwa in einem Entwicklungsgebiet Dreiland am Rheinhafen möglich.“

Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, für das Hafenareal aber unpassend. Denn die Stadt Basel muss den Grundeigentümern keine Anreize für klimaneutrales Bauen geben: Sie ist selber die Grundeigentümerin und kann daher selber entscheiden, wie das Areal genutzt wird und was beziehungsweise wie gebaut wird. Klimaneutrales Bauen kann und sollte eine klare Vorschrift sein, egal ob Basel via Immobilien Basel-Stadt (IBS) selber baut oder Parzellen im Baurecht abgibt. Auch in den Bebauungsplänen können energetische Vorschriften verankert werden.

Wir freuen uns, dass Guy Morin die Idee eines klimaneutralen Quartiers unterstützt. Nun müsste er sich nur noch bewusst werden, dass der Kanton Basel-Stadt dafür nicht als Bittsteller an mögliche Investoren heran treten muss, sondern selber entscheiden kann. Das gilt nicht nur für den Energiebereich, sondern weitgehend auch für soziale Themen wie günstige Wohn- und Arbeitsräume. Wir würden uns ebenfalls freuen, wenn Guy Morin sich auch in Basel öffentlich für ein starkes grünes und soziales Projekt engagieren würde. Und nicht bloss am anderen Ende der Welt.